Wärmepumpen - teuer und wenig Klimaschutz?

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Wärmepumpen - teuer und wenig Klimaschutz?

WindSolarMobil - Infos zur Energie- und Verkehrswende
Veröffentlicht von Daniel Wurst in Heizungen · Sonntag 21 Mai 2023
Zurzeit sind Wärmepumpen vor alles Eines, nämlich sehr teuer und in größerer Anzahl bliebe vom Klimaschutz nicht mehr viel übrig.

Das liegt vor allem am geringen Ausbau von PV- und Windkraftanlagen, der lobbygesteuert und politisch lange Zeit behindert und mit Bürokratie überhäuft wurde, so dass es zurzeit gar nicht genug Ökostrom geben würde, wenn Millionen von Häusern und Wohnungen auf Wärmepumpen umgestellt würden, d.h. die Wärmepumpen würden weitgehend mit Kohlestrom laufen, auch wenn auf der Stromrechnung "Ökostrom" steht.

Der Grund ist der Strommix, denn wenn mehr Wärmepumpen installiert werden als der Ökostrom zunimmt, dann muss mit Kohle und Gas der fehlende Strom erzeugt werden und jeder Ökostromkäufer zwingt unbewusst andere Stromkunden zum Kauf von Strom aus fossilen Energien.

Ein Luft-Wasserwärmepumpe kostet ungefähr 10.000 bis 15.000 Euro, für die Installion kommen nochmal etwa 10.000 bis 15.000 Euro dazu, das macht zusammen rund 25.000 Euro. Hinzu kommen Stromkosten, selbst bei eigener PV-Anlage, da diese im Winter kaum Strom liefert.

Im Winter wird der Großteil der Heizungswärme gebraucht und dann arbeiten Wärmepumpen in Bestandsgebäuden mit einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von nur noch 3, d.h. aus 1 kWh Strom kann die Wärmepumpe nur 3 kWh Wärme erzeugen.

Kleine Rechnung:

Wärmepumpe: 1 kWh Strom ca. 30 Cent, daraus werden 3 kWh Wärme, also 10 Cent/kWh Wärme.

Heizöl: 1 Liter Heizöl etwa 90 - 100 Cent, Heizwert 9,7 kWh, dann kostet die Wärme 9,3 - 10,3 Cent/kWh.

Gas: Laut der Website ndr.de vom 20.5.2023 kostet das Gas für Neukunden 9,6 Cent pro kWh.

Wenn Kohle zur Stromerzeugung genutzt wird, dann kommt von 1 kWh Heizwert der Kohle noch etwa 0,3 kWh als Strom in der Wärmepumpe an und wenn diese daraus bei eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3 das 3-Fache an Wärme macht, dann sind es knapp 1 kWh Wärme, also in etwa wieder die gleich Wärme, die vorher in der Kohle gesteckt ist. Der Klimaschutz hat von dieser Umwandlungsaktion gar nichts.

Zwischenfazit:

Zurzeit kostet das Heizen mit der Wärmepumpe in etwas soviel wie das Heizen mit Heizöl oder Gas. Vorerst rechnen sich die hohen Kosten für die Wärmepumpe nicht, das ändert sich erst, wenn die Preise für Heizöl und Gas deutlich steigen würden oder die Strompreise deutlich sinken würden, aber Beides ist zurzeit ungewiss ist.

Mein Fazit:

Bei einem kräftigen Ausbau von PV- und Windkraftanlagen und günstigen Stromtarifen von rund 15 Cent/kWh für Wärmepumpen dürften sich diese für Bürger und Klimaschutz lohnen, denn dann gäbe es eine Halbierung der Heizkosten (um die Wärmepumpe zu finanzieren) und einen Gewinn fürs Klima.

Anstatt mit Förderungen in Milliardenhöhe die Wärmepumpen erschwinglich zu machen - das Geld kommt ja von den Steuerzahlern und dürfte die Wärmepumpen teurer machen - sollte lieber die Bürokratie bei PV- und Windkraftanlagen abgebaut werden, damit jeder Bürger und jede Windradgenossenschaft soviel davon installieren bzw. bauen kann wie freier Platz zur Verfügung steht und mit dem Ökostrom auch noch Geld verdienen kann, was die Aktzeptanz dieser Anlagen erhöht.

Persönliches:

Ich habe ein altes Häuschen, bei dem vor 10 Jahren die Dachziegel erneuert wurden, dabei habe ich auch das Dach dämmen lassen, sonst ist es nicht gedämmt worden. Es gibt einen Ölofen im 1.Stock, der die 3 Zimmer beheizt. Das Erdgeschoß wird als Lagerraum, Waschküche und Bastelkeller genutzt und nur an einigen Tagen im Jahr per Holzofen beheizt, damit die Wasserleitung nicht einfrieren und die Kakteen nicht erfrieren.

Vor einigen Tagen habe ich mal meine Heizöl- und Stromrechnungen ausgewertet mit folgendem Ergebnis:

In den letzten 5 Jahren im Durchschnitt pro Jahr etwa 720 Liter und 654 Euro.
In den 4 Jahren davor im Durchschnitt pro Jahr knapp 840 Liter und 680 Euro.

Der Heizölverbrauch ist von knapp 840 auf 720 Liter pro Jahr gesunken, wohl wegen des Klimawandels, ebenso sind die Kosten von 680 auf 654 Euro pro Jahr gesunken durch die geringere Menge an Heizöl.

Stromverbrauch für Haushalt und Warmwasser von rund 3.000 kWh (2013) auf 1.300 kWh (2022) reduziert.

Bei mir würde sich eine Wärmepumpe kaum lohnen, da ich dann auch noch Rohrleitungen verlegen und Heizkörper einbauen lassen müsste, diese Mehrkosten würden wohl die Förderung auffressen, so dass Kosten von rund 25.000 Euro blieben und ich rund 38 Jahre für die Amortisation brauchen würde, ohne Berücksichtigung der Stromkosten für die Wärmepumpe.

Ergänzung am 27.05.2023

Für die Wärmepumpe würden rund 290 Euro für Strom (bei 30 Cent/kWh) und 300 Euro für die Wartung dazu kommen. Bei Kosten von 660 Euro für das Heizöl und rund 110 Euro für die Schornsteinreinigung, also 770 Euro minus 590 Euro für WP-Strom und WP-Wartung wären 180 Euro Ersparnis im Jahr, d.h. in 30 Jahren würde ich 5.400 Euro sparen (bezogen auf derzeitige Preise), das ist nur ein Bruchteil der Kosten.

Ergänzung am 09.06.2023

Bei Wärmepumpen wird je nach Modell alle 1 bis 3 Jahre eine Wartung erforderlich, bei einer Wartung alle 3 Jahre wären es 380 Euro Ersparnis im Jahr, d.h in 30 Jahren 11.400 Euro.

Ich habe hier und in meinen anderen Blogbeiträgen mit 30 Jahren gerechnet, damit meine Ersparnis nicht ganz so "erbärmlich" aussieht, wobei allerdings fraglich ist, ob die Wärmepumpe so lange mitmacht.

Meine Alternative zur Wärmepumpe:

Bei mir käme wohl nur eine günstige und verbesserte Split-Klimaanlage in Betracht, die in den heißen Sommern die Räume auf erträgliche Temperaturen kühlt mit Hilfe eines Balkonkraftwerkes und in der Übergangszeit sowie im Winter die Räume möglichst effizient beheizt.

Geplant habe ich noch nichts, denn sparen kann ich so oder so nichts, also hat es keine Eile.

Im Sommer lasse ich alle Rollläden auf der Sonnenseite unten, denn die Sonne heizt sonst mit rund 250 Watt* pro m² Fensterfläche die Zimmer auf, was bei 2m² Fensterfläche einem 500-Watt-Heizlüfter im Zimmer entsprechen würde. Auch bleiben alle Fenster geschlossen, damit die heiße Luft draußen bleibt. Im Innenraum läuft bei Bedarf ein kleiner Ventilator, damit die Luft in Bewegung bleibt und die Haut angenehm kühlt.

Nachts, wenn es draußen kühler ist als innen, dann werden die Fenster aufgemacht, damit die Zimmer und vor allem die Innenwände abkühlen können. Morgens werden alle Fenster zugemacht und die Rollläden auf der Sonnenseite herunter gelassen, damit die heiße Tagesluft und die Sonne draußen bleiben.


*Beispiele zur Einschätzung der Wärmeeinträge - bei 2-fach-Isolierverglasung (vor 1995):
  • ca. 280 W pro m² Glasfläche für SW-Ausrichtung unter Sonneneinstrahlung (unbeschattet)
  • ca. 70 W pro m Glasfäche für N-Ausrichtung (Diffusstrahlung)
Moderne Sonnenschutzverglasungen lassen nur etwa die Hälfte der Sonnenenergie ins Gebäude.
(Quelle: stadt.muenchen.de - PDF-Datei "Sommerlicher Wärmeschutz" - kein Datum/Jahreszahl)


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