Kosten des Netzausbaus für die Energiewende

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Kosten des Netzausbaus für die Energiewende

WindSolarMobil - Infos zur Energie- und Verkehrswende
Veröffentlicht von Daniel Wurst in Heizungen · 13 November 2023
Tags: StromleitungenNetzausbauKostenPV.WindräderWärmepumpenEAutos
Für die Energie- und Verkehrswende ist ein massiver Ausbau der Stromleitungen in den Bereichen Nieder-, Mittel- und Hochspannung dringend erforderlich, um zukünftig die großen Strommengen von PV- und Windkraftanlagen zu den Wärmepumpen in Millionen von Häusern zu bringen, sowie die Millionen von E-Autos über Wallboxen und Ladestationen mit Strom zu versorgen.

Die große Frage:

Was soll das kosten und wie viel entfallen auf den einzelnen Bürger?

Ich habe mal Informationen gesammelt und Berechnungen durchgeführt, zuerst auf einer E-Auto-Webseite als Kommentar und nun auch in meinem eigenen Blog, damit die Infos (für mich) leichter auffindbar sind.

Baden-Württemberg
Einigung auf schnelleren Netzausbau – Studie sieht Milliardenkosten
… In der Praxis dürfte die benötigte Summe unter anderem wegen der Methodik der Studie deutlich höher liegen. Realistisch seien Kosten von voraussichtlich 50 Milliarden Euro. Berücksichtige man dann noch die Inflation, lande man für die Nieder- und Mittelspannungsnetze bei etwa 70 Milliarden.
   (Quelle: stuttgarter-nachrichten.de – 15.09.2023)

In Baden-Württemberg leben rund 11,28 Millionen Menschen (Stand: 31. Dezember 2022).
(Quelle: baden-wuerttemberg.de)

Wenn man bis 2040 inkl. Inflation mit 70 Mrd. Euro bei Nieder- und Mittelspannungsnetzen rechnet, dann sind es rund 6.206 Euro pro Einwohner oder auf 17 Jahre verteilt rund 350 Euro pro Jahr und Einwohner in Baden-Württemberg und damit überschaubare Kosten.

Während 1.800 Kilometer Hochspannungsleitungen bereits in Betrieb genommen wurden und 700 im Bau sind, befindet sich der größte Teil nach wie vor in der Planungsphase.
Allein für den Ausbau des Hochspannungsnetzes rechnet die Bundesnetzagentur (BNetzA) bis 2030 mit Mehrkosten von rund 55 Milliarden Euro.
(Quelle: euractiv.de)

Wenn man bis 2030 mit 55 Mrd. Euro für Hochspannungsnetze in Deutschland mit rund 83 Mio. Einwohnern rechnet, dann sind es rund 663 Euro pro Einwohner oder auf 7 Jahre verteilt rund 95 Euro pro Jahr und Einwohner und damit sind diese Kosten noch überschaubarer.

… durchschnittlicher Pro-Kopf-Stromverbrauch: 1.322 Kilowattstunden pro Jahr
(Quelle: co2online.de)

Heizkosten 2022
Ein durchschnittlicher Haushalt im Mehrfamilienhaus (70-m²-Wohnung) muss fürs Heizen mit Gas 1.475 Euro bezahlen.
(Quelle: mieterbund.de – bezieht sich auf co2online.de)

Zusammenfassung der Mehrkosten pro Jahr und Einwohner:

Baden-Württemberg – Nieder- und Mittelspannungsnetze . . . . . . 350 Euro
Deutschland – Ausbau des Hochspannungsnetze . . . . . . . . . . . . . . 95 Euro
Alles zusammen für Nieder-, Mittel und Hochspannung . . . . . . . . 445 Euro

Bisherige durchschnittliche Energiekosten:

1.332 kWh Strom zu knapp 30 Cent/kWh wären pro Person rund 400 Euro
1.475 Euro für Gas (3 Personen mit 70m²) wären pro Person ca. 492 Euro

Mein Fazit:

Die Kosten pro Person würden sich durch den Ausbau der Netze um rund 50% verteuern, aber eher theoretisch.

Falls sich längerfristig durch günstigere Heizkosten mit Wärmepumpen und günstigeren Haushaltstrom durch reichlich Ökostrom die Kosten um rund 33% verringern würden, dann wäre der Netzausbau ein Kosten-Nullsummenspiel für die Bürger.



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